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Vom 22.Sept.bis zum 29.Sept.2004 weilten 18 Mitglieder des PC Köln, auch die nördlichste Stadt Italiens genannt, in der Toskana.Hier sorgten wir für höher schlagende Herzen, bei so manchem autoverückten Italiener.

Aber der Reihe nach.

Während eine kleine Gruppe mit 4 Fahrzeugen sich am 22.Sept.in Düsseldorf am Autoreisezug traf, waren andere schon vorher mit dem Auto auf große Fahrt gegangen. Sei es, daß man einen längeren Urlaub daraus machte, Städtebesichtigungen mit einbezog oder die Klassiker-Rundfahrt "Mille Migla" abfuhr. Hier folgten Ellen und Dieter-F.Schlenker den Spuren, eines unserer ersten Mitglieder, Wolfgang Graf Berghe von Trips.Vor 50 Jahren gewann er mit Walter Hampel auf einem Porsche 356 die GT-Klasse bis 1300 ccm.1956 (legendäre Regenschlacht) fuhr er auf Mercedes mit und bei dem letzten Rennen 1957 pilotierte er einen Ferrari, mit dem er zweiter der Gesamtwertung wurde. Ganz so schnell waren "Schlenkers" nicht unterwegs, genossen sie doch eher die geschichtsträchtige Strecke mit ihren landschaftlichen Schönheiten und fahrerisch anspruchsvollen Passagen.

Nach der Verladung in Düsseldorf, bewiesen wir, daß man nicht nur auf der Straße als Porschefahrer schnell sein kann, sondern auch zu Fuß im Zug! Zu schnell, wie sich rasch herausstellte, standen wir doch vor verschlossenen Speisewagen-Türen! Pech - also noch mal in die Abteile und ein wenig warten. Gemäß dem Lied "Eine Bahnfahrt die ist lustig, eine Bahnfahrt die ist schön", verging die Zeit wie im Fluge. Donnerstags um 8:30 Uhr, erreichten wir das Ziel Livorno. Traumhaftes Wetter und herrliche Temperaturen ließ unsere Herzen höher schlagen. Später auch die der Porschefahrer, die auf dem Oberdeck der Waggons parkten. Gab es doch reichlich Probleme über die Rampe auf die Straße zu kommen. Das gelang schließlich nur unter Mithilfe von Unterlegböcken und helfenden Händen, die vorne den Porsche etwas anhoben! Nun ging es im Konvoi die Küste entlang und später ins Landesinnere über Volterra, Colle di Val d`Èlsa nach Lecchi bei Staggia Senese zu unserem Ziel "Villa Lecchi". Eine alte Villa eines ehemaligen Florentiner Porzellan-Fabrikanten. Hoch über den Hügeln der Toskana gelegen, mit einem unbeschreiblichen Blick von der großen Terrasse über die Landschaft. Sonne, sommerliche Temperaturen, der Blick und den Duft von Pinien- und Olivenbäumen in der Nase, ein Glas Prosecco in der Hand, Freunde um sich - gibt es etwas Schöneres? Gegen 13:00 Uhr rollten dann 9 Fahrzeuge nach San Gimignano. Auf der Außenterrasse der Enoteca Il Castello gingen dann 18 Mitglieder des PC Köln auf Tuchfühlung mit der landestypischen Küche der Toskana. Der Vino durfte auch nicht fehlen. Anschließend konnte jeder nach seinem Gusto die unter Weltkulturerbe stehende mittelalterliche Stadt besichtigen. Klar, dass es am Abend viel zu erzählen gab und der 1. Tag erst ganz spät auf der Terrasse von Villa Lecchi zu Ende ging.

Der 2. Tag führte uns zuerst nach Montalcino, wo so mancher "Brunello" den Weg in die Einkaufstasche fand. Das Castello die Banfi war unser Ziel zur Mittagszeit. Hier erwartete uns ein exzellentes Drei-Gänge-Menue mit begleitenden Weinen, Dolce und Café. Es ist müßig etwas über die Architektonik und die Umgebung zu erzählen. Begeisternde Blicke der Teilnehmer geben eigentlich die richtige Antwort wieder. Gemütlich geht es einige Stunden später wieder retour, zu unserem Hotel. Für den Abend ist eigentlich "Siena bei Nacht" geplant gewesen, aber das fällt im wahrsten Sinnes des Wortes ins Wasser. Eine Spontan-Party füllte die plötzliche Lücke mehr als aus. Hier bewiesen die Teilnehmer Improvisationstalent. Bunte Platten (herzhaft oder süß) wie aus dem Nichts geschaffen, Biere und Vino gegen die trockene Luft, ein halbwegs funktionierender "Gettho-Blaster", 2 Luftgitarren spielende Musikfreaks, rheinische Frohnatur und ein Raum für uns, waren die richtige Plattform für "Spaß bis zum Abwinken".

Gut, dass der Samstag als freier Tag eingeplant war. Zum Frühstück trudelten die Porsche-Freunde zeitlich sehr verzögert ein. An diesem Tag konnte jeder machen, was er wollte. So ging man auf die Suche nach Modelleisenbahn-Zügen, frönte der Kunst oder faulenzte ganz einfach. Erwähnenswert wäre da noch der Beweis, dass man nicht unbedingt einen Porsche Cayenne benötigt, um über "Stock und Stein" zu fahren. Wenn man den "Biker-Bazillus" in sich hat, tendiert man immer zu kleinen und kleinsten Straßen. So führte uns nach dem Besuch des Klosters Vallombrosa eine "Strada bianca" über einen circa 1500 m hoch gelegenen Bergkamm (4° Celsius). Nur Geländewagen und ein 4X4 Fiat Panda kommen uns entgegen. Wer wohl größere Augen machte? Ein Moto-Cross-Fahrer zeigte uns (Britta u. Manfred Breuer, Ute u. Wolfgang Schulze) dann den Weg zurück in die Zivilisation. Der Sonnenuntergang im Herzen der Toskana ließ uns dann schnell den vorher erlebten Angstschweiß vergessen. Tja, hat halt alles seine 2 Seiten...

Am Sonntag kamen dann vor allem die Technik-Freunde unter uns zum Zuge. Bestaunten wir doch zum Beispiel ein variables Kegel-Getriebe als Holzmodell. Der geistige Urheber des Modells und vieler weiterer Exponate? Leonardo da Vinci! Genau,der Geburtsort von Leonardo da Vinci und die Museen zogen uns in den Bann. Nach einer sehr rustikalen Küche (Einfach-Klasse) "erfuhren" wir uns wieder die Toskana auf kleinen und kleinsten Sträßchen (Heute nur Teer). Aber ganz ohne Stress ging es diesmal auch nicht ab. Es ist kaum zu glauben, in welche niedrige Verbrauchsregionen ein Porsche zu bringen ist, wenn die verzweifelte Suche nach einer offenen Tankstelle zu einem sensiblen Gasfuß führt.

Am Montag, unserem letzten kompletten Tag in der Toskana, ging es ausschließlich auf der "strada di chianti" durchs Herz des Chianti-Gebietes. Als erstes fuhren wir nach Greve. Ein kleiner Ort, der wohl den schönsten Platz der Toskana sein eigen nennen darf. Ein nahezu dreieckiger Platz, mit einem Denkmal darauf und rundherum gesäumt von Arkaden. Es war der richtige Platz für ein Foto-Shooting, welches wiederum für Aufsehen sorgte, bis wir die Autos so postiert hatten, wie wir uns das vorstellten. Nach dem Foto-Shooting bummelten wir durch die Arkadengänge bis auf einen, der unbemerkt das Handygespräch einer jungen Dame mit ihrer Freundin mitbekam "Du, komm schnell auf den Platz, hier sind 9 Porsches geparkt und richtig gute Männer sind dabei!"... Naja! Später ging es dann vorbei oder durch Olivenhaine, Weinberge und Esskastanien-Kulturen nach Coltibuono, einem alten Vallombrianer-Kloster aus dem 11. Jahrhundert. Keine Bange, daneben liegt ein exzellentes Restaurant in wunderschöner Umgebung. Das 5-Gänge-Menue mit wieder mal begleitenden Weinen, mussten wir im Restaurant genießen, da es draußen schon zu frisch war.

Zum Schluss gab es noch eine kurze Stipvisite in Castellina in Chianti (beherbergt die weltweit größte Sammlung alter Chianti-Flaschen, die zum Teil auch zu kaufen sind) und am Abend liessen wir im Hotel die letzten Tage gemütlich ausklingen. Apropos klingen - musikalisch gesehen lässt sich unsere Woche in der Toskana und das Erlebte mit folgenden Liedern ausdrücken: Zu Beginn das luftig-leichte quirlende "Oh du lieber Augustin...." und zum Ende eher das, ...na ja...ähem....kann sich jeder selbst ausmalen...."Hey Big Spender...".

Der heimatliche Diät-Plan wird es schon wieder richten!

Am Dienstagmorgen hieß es dann Abschied nehmen.In kleinen Gruppen,oder auch einzeln,ging es dann mit unterschiedlichen Zwischenstopps wieder Richtung "Colonia". Natürlich bei schönem Wetter!

Tanti saluti di Toscana!

Wolfgang Schulze

PS: Interessierten Porsche-Clubs stelle ich gerne die Planungen, Streckenführungen, Adressen etc. zur Verfügung. Kontakt-eMail: schulze.lierfeld@t-online.de


22.09.2004